Zeitungsbericht über den 3-monatigen Aufenthalt von Marina Grebhardt in Malaika Children`s Home, Kenia

Marina Grebhardt studiert Soziale Arbeit an der Dualen Hochschule in Stuttgart und absolvierte im Rahmen ihres Studiums ein dreimonatiges Praktikum in Malaika Children’s Home, Kenia.

Ermöglicht wurde mir dieses Praktikum durch die Vermittlung von Pfarrer Willy Schneider, der sich seit vielen Jahren für die Waisenkinder engagiert und Pfarrer Andreas Moll, der 2. Vorsitzende des Vereins Afrikanische-Deutsche Partnerschaft MALAIKA e.V.

Ich entschied mich dazu nach Kenia zu gehen, um eine neue Kultur kennenzulernen und die Soziale Arbeit in einem anderen Land zu entdecken. In Malaika wurde ich warmherzig und mit offenen Armen aufgenommen. Sofort wurde ich mit der anderen Sozialarbeiterin und deren Tätigkeiten vertraut gemacht und bekam die Möglichkeit eigene Projekte auf die Beine zu stellen. Hierbei wurde mir vollstes Vertrauen entgegengebracht und ich konnte eigenständig Projekte entwickeln und durchführen.

Im Laufe der drei Monate sind mir besonders die drei Kinder mit Behinderungen ans Herz gewachsen. Ich habe mich jeden Tag mit ihnen intensiv beschäftigt, während die anderen Kinder in der Schule waren. Zwar wurden auch diese Kinder gut in Malaika umsorgt, jedoch hatten sie im Vergleich zu den anderen Kindern doch einige besondere Bedürfnisse und mussten speziell umsorgt werden. Daher war eines meiner Projekte die Kinder in einer gesonderten Behindertenschule unterzubringen, wo ihre Potenziale besonders gefördert werden können.

Marina Grebhard mit Waisenkindern aus Malaika Children`s Home vor einem traditionellen Lehmhaus
Marina Grebhard mit Waisenkindern aus Malaika Children`s Home vor einem traditionellen Lehmhaus

Mir wurde ein Auto von Malaika gestellt, sodass ich alle nötigen Unterlagen für eine Schulunterbringung besorgen und im Endeffekt die drei Jungs vor meiner Abreise in einer schönen Schule unterbringen konnte. Es war besonders schön zu sehen wie fröhlich, offen und neugierig die Jungs auf die Begegnung mit anderen behinderten Kindern reagiert haben.

Ein weiteres Projekt betraf die schwierige Zahnarztversorgung vor Ort. Durch Zufall trafen wir dort ein deutsches ausgewandertes Zahnarztpaar, welches sich in einem naheliegenden Dorf niedergelassen hatte. Diese erklärten sich sehr schnell bereit die Kinder zum Sonderpreis zu behandeln. Nachdem den ersten Kindern somit die erste Zahnbehandlung ihres Lebens ermöglicht wurde, erklärte sich das deutsche Paar auch dazu bereit diese Untersuchungen in Zukunft halbjährig in Malaika durchzuführen.

Das dritte eigene Projekt betraf das HIV-Problem. Gemeinsam mit Luke Shitekha und Asuna Schneider, der Ehefrau von Pfarrer Willy Schneider, die das Leitungsteam von Malaika vor Ort bilden, habe ich über die immer noch mangelnde Aufklärung über Aids gesprochen. Er brachte mich dann auf die Idee mit den älteren Mädchen über HIV und seine Auswirkungen zu sprechen. In diesem Rahmen entstand eine Mädchengruppe mit den älteren Mädchen, bei der über verschiedene Probleme offen in vertrauter Runde gesprochen und diskutiert werden konnte.

Im Laufe meines Aufenthalts in Kenia hatte ich auch die Ehre, den dortigen Bürgermeister von Shiseso kennenzulernen und wurde von ihm zu einem Besuch in seinem Rathaus eingeladen. Er zeigte mir mit Stolz sein kleines Rathaus, dessen Bau nur aufgrund der finanziellen Unterstützung zahlreicher Bürgermeister aus dem Acher- und Renchtal sowie dem Hanauerland möglich wurde. Natürlich wurde auch der von Bürgermeister Siefermann gepflanzte Baum im Garten betrachtet, der die Partnerschaft zwischen Shiseso und unserer Region symbolisiert.

Insgesamt war mein Aufenthalt in Kenia sehr schön und ich konnte viel für meine Zukunft als Sozialarbeiterin lernen. Die Menschen von Malaika habe ich alle in mein Herz geschlossen und in ihnen gute Freunde gefunden. Nach meinen drei Monaten dort kann ich gut nachvollziehen wie schwierig es sein muss, ein Kinderheim mit 160 Kindern zu leiten. Daher habe ich großen Respekt vor den Menschen, die das bewerkstelligen können und trotzdem noch viel Spaß daran haben.