Rundbrief Juli/August 2010

 

Liebe Freunde, liebe Interessierte Afrikas!

Wir sind unterwegs von den nahen zu den fernen Nächsten in Kenia, und wir haben viele Grüße im großen Gepäck für die Malaika Kinder, Jugendlichen, Mitarbeiter und Freunde vor Ort rund um Malaika Childrens Home, in den Schulen, der Verwaltung und in der Kirche.

In der Ortenauklinik St. Josefs in Offenburg haben wir uns mit Agnes Ahono vom Ärzteteam verabschiedet. Begleitet wurden wir von Bürgermeister Bernd Siefermann aus Renchen, Pfarrer Andreas Moll aus Kappelrodeck und Angelika Kleeb, einem Vorstandsmitglied. Es war eine herzliche Begegnung mit Ärzten, Personal, Pflegern und Schwestern. Zum Schluss kaufte der Mann am Kiosk noch jede Menge Schulmaterial für Agnes ein, damit sie einen guten Abschluss machen kann. Ab Januar 2011 wird Agnes in der Examensklasse 8 sehr gefordert werden, um im Dezember einen guten Notendurchschnitt für eine weiterführende Ausbildung zu erreichen.

Die beiden Operation sind nach Ansicht der Ärzte gut gelungen. Es wird noch einige Wochen dauern bis sich die verkrustete Haut gelöst hat. Agnes freut sich sehr, dass sie nun ein klares Gesicht mit guten Proportionen der Augen, Nase und Mund erhalten hat. Sie sagt Euch allen: „Asante sana“ – vielen Dank, „Kwa Heri“ – Auf Wiedersehen – und fügt hinzu: „Mungu awabariki“ – „God bless you“!


Wir sind unterwegs mit 23 Teilnehmer, plus unser Vierer-Team, Asuna, Boniface, Agnes und ich. Vor Ort warten 3 Praktikantinnen auf uns, Simone, Theresa und Kathrin. Jelena kommt direkt ins Kinderheim: „Ich habe solche Sehnsucht nach Malaika“, sagte sie am Telefon.

Was bewegt uns bei diesem Aufbruch? Wir haben zum Abschied von unseren Bürgermeistern, Dieter Klotz aus Ottenhöfen und Reinhard Schmälzle aus Seebach Trikots für unsere Fußballer in Malaika Children´s Home bekommen mit der Aufschrift „Malaika“ in rot, auf weißem Oberhemd. Unser SC Malaika wird sich riesig über die eigenen Trikots freuen.

In den vergangenen Wochen haben alle Kinder und Jugendliche mit Begeisterung die WM auf dem Afrikanischen Kontinent in Südafrika im TV miterlebt. Afrika auch im Mittelpunkt der Welt, des internationalen Sports. Wir als Partner hoffen, dass viele Menschen und Nationen die afrikanischen Staaten im Blick behalten – über dieses weltweite Ereignis hinaus.

Jeder Partner, ob naher oder ferner Nächster ist aufgerufen einen eigenen Beitrag zu einer friedlicheren und gerechteren Welt zu leisten. Wenn wir eine gute gemeinsame Zukunft haben wollen, müssen wir uns den ökologischen Herausforderungen stellen. Wir alle sehen uns gefordert auf unsere Mitwelt und Umwelt mehr zu achten. Wir dürfen sie nutzen, aber nicht verbrauchen, wir sollen Sorge tragen für unsere Nachwelt, deren Lebensbedingungen vom Erbe vorangegangener Generationen entscheidend mitbestimmt werden. Wir tragen die Mitverantwortung für unseren nahen und fernen Nächsten rund um den Globus. Viele spüren bereits die ökologischen Konsequenzen einer rücksichtlosen Haltung, die Stärkere gegenüber den Schwächeren praktizieren, die sich ausgebeutet fühlen, wenn es um ihre Bodenschätze geht, an denen viele Arme nicht partizipieren können.

Ziel unserer Begegnungen mit Menschen unterwegs in Kenia, z.B. in den Slums von Nairobi, im Gefängnis, im Kinderheim, in den Schulen, der Verwaltung, in Politik, Wirtschaft und in den Gottesdiensten der Western Provinz in Kisumu, Kakamega – Ziel unseres Handelns muss es sein, gemeinsam zu Weltmeistern der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Friedenswillen zu werden, zu einer Weltgemeinschaft, in der es keine Gewinner und Verlierer mehr gibt, sondern nur noch Partner und Nächste im biblischen Sinne für eine gemeinsame und lebenswertere Zukunft.

In diesem Sinne grüßen wir Euch alle sehr herzlich bis wir uns wiedersehen

Willy Schneider