"Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus" (Demokrit)

Liebe Freunde von Malaika Children´s Home! Viele schöne Tage voll freudiger Erlebnisse in Malaika Children´s Home liegen hinter uns. Neue Erfahrungen haben uns bereichert. Die Mystik Afrikas hat uns wieder eingehüllt. Wir haben viel Kraft und Lebensenergie verschwendet in die Begegnungen vor Ort, in die Herzen und Gesichter von Menschen, die Kinder sind. Viele Aufgaben haben wir zusammen erledigt. Gemeinsam haben wir gepflanzt. Insgesamt 5000 Bäume wachsen heran, z.B. Eukalyptus, Teakholz, Avocado, Mango, Apfel und rote Flaschenputzer. „Der Mensch, wie ein Baum“ war unser gemeinsames Thema, das auch als großflächiges Gemälde auf der Containerwand mit unseren vielen Malaika -Talenten gemalt wurde.



In unserem Gottesdienst mit der Malaika Familie haben wir es meditiert und die Kinder wünschten sich: „Ich möchte sein wie die Wurzeln, nahe am Wasser, so fest wie der Stamm, wie die Äste, in denen die Vögel zwitschern und durch die Blätter verdeckt, nisten, ich möchte reifen wie die süße Frucht… Und jeder Teilnehmer unserer Gruppe stand Pate bei der Taufe von 18 neu aufgenommenen Kindern, die Andreas und ich gemeinsam in die weltweite Gottesfamilie – „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ - hinein aufnahmen. Gemeinsam bauten wir ein Lehmhaus, das die Tradition der Vergangenheit und die Gastfreundschaft in der Zukunft verbinden soll. Das Brauchtum schreibt vor, dass ich als Hausherr mit Lehm beschmissen werde, was Maria, Vera, Yvonne und Charlotte mit viel Vergnügen ausführten, indem sie mich zum Entsetzen von Asuna zum „Erdmännchen“ umgestalteten. Wenn das Haus getrocknet ist, werden Asuna und ich traditionsgemäß eine Nacht darin verbringen, zuvor werde ich mit Freunden einige kräftige Züge und Becher voll Hirsebier genießen. - Künftig wird es ein gastliches Haus und offen für Besucher sein. Gemeinsam reisten wir im Malaika Bus übers Land, saßen in einem Boot auf dem Viktoriasee, beobachteten die Flusspferde und aßen anschließend die leckeren, gegrillten Buntbarsche. Gemeinsam erforschten wir den tropischen Regenwald und seine Geheimnisse, kauften etliche Setzlinge der Tropenriesen, die in den nächsten 100 Jahren im Kinderheim Malaika in die Höhe wachsen werden. Über 130 Büchlein und Hefte afrikanischer Schriftsteller besorgte Christine in der Stadt und die Kinder lasen mit Begeisterung, Einzeln und in Gruppen die Geschichten und spannenden Erzählungen. Gemeinsam sangen, trommelten und tanzten wir bis in die Nacht, nachdem Friedlinde mit Laptop und Beamer die neusten Bilder von den Aktivitäten im Heim, bei der Arbeit und in der Schule gezeigt hatte. Und das Frauenteam unter Leitung von Christa versorgten die große Malaika Schar und Mitarbeiter mit köstlichen Brötchen in unserem bewährten Lehmofen hinter der Küche. Dazu gab es noch 10 Laib „Buurebrot“ mit Schwarzwälder „Gschmäckle“. Es wurde renoviert, gemalt, gehämmert, gezimmert und nicht jedes Material aus China importiert hat den Vorstellungen, - made in Germany, - entsprochen. Unsere Handwerker mit Konrad und Richard konnten es immer wieder richten und Mark sorgte dafür, dass auch die ältesten Motoren wieder brummten. Unter schattigen Bäumen hat das Charlotte Team auf die Haut der Kinder die schönsten Tiergesichter gezaubert. Aus mir machten sie zum Vergnügen der Kleinen „den Löwen Willy“. Spiel und Sport mit Bällen, Seilen und Geräten entfesselte zuweilen die Kinderschar mit unserem neunjährigen Gruppenteilnehmer Jonathan. Auch auf unseren beiden Trampolins konnten nach etlichen Ausbesserungen die Kinder wieder nach Herzenslust wie die Engel (Malaika) in die Höhe fliegen. Manchmal war die ganze Halle im Beschlag mit den kleinen und großen Künstlern, die stundenlang auf dem Boden und auf den Tischen zeichneten und malten. Am Ende waren alle Wände voll beklebt mit ihren Bilden. Auch die neuesten Engelzeichnungen wurden ausgestellt. Einige Kostproben werden sicherlich im nächsten Malaika Boten zu sehen sein.



Wir feierten ein großes Fest, das 20 jährige Bestehen seit der Gründung des Vereins und der Beginn des neuen Waisenhauses Malaika Children´s Home. Viele Regierungsvertreter waren gekommen. Der Bildungsminister, Sozialministerin, Abgeordnete, Bürgermeister, Schulleiter und Vertreter anderer Institutionen. Diese Anerkennung mit Zusagen von Förderung, sind für uns sehr wichtig, sagte Asuna, Lukas, der Vorsitzende und der Vorstand. Mich erfreuten besonders die zahlreichen Ehemaligen, die sich vorstellten, wie: - Ich kam mit 2 oder 3 Jahren nachdem meine Eltern (an AIDS) gestorben waren, nun bin ich Lehrer, Handwerker, Krankenschwester, Sekretärin, Computerfachmann, Sozialarbeiter, Ingenieur, Polizist, bei der Marine, Pfarrer. Oder: Ich lebte auf der Strasse und habe in Malaika eine neue Familie gefunden, die mich gesund gepflegt, versorgt und gefördert hat, bis ich jetzt einen guten Abschluss machen und nun auf eigenen Füßen stehen kann. Nachdem die Besucherchöre und die Malaika Singer ihre schönsten Lieder und Tänze dargeboten hatten, wurden auch wir aufgefordert einen Liedbeitrag aus Germany zu Gehör zu bringen. Und wir sangen mit der Hand auf dem Herzen: „Das schönste Land in Deutschlands Gau`n, das ist mein Badner Land“…Und der Refrain: „Drum grüß ich dich mein Badner Land“, sang der Polizeichef mit und zwar aus dem Odelshofener Büchlein von Rolf, der ihm dieses berühmte Heimatlied beigebracht hatte. Die Zeit eilte davon, viel zu schnell, aber doch sehr intensiv erlebt. Tränen des Abschieds…Wieder zurück in der alten Heimat spüren wir, wie die verschenkte Liebe, Energie, Zuneigung, im Erinnern wieder verwandelt in das eigene Herz zurück kehrt. Wie die Vergangenheit mit ihren intensiven Augenblicken, sich als starke Hoffnung für die Wege in die gemeinsame Zukunft entfaltet. Nichts geht verloren, was von Herzen in die Herzen verschenkt wird. Wenn Vergangenes und Zukünftiges eins werden, beginnt man doppelt zu leben. Wie die aufgehende Sonne erwacht die pure Lebensfreude an einem neuen Tag, der Zukunft heißt.

Herzliche Gruesse Euch allen von Willy und Asuna!