Vallery heißt uns lächelnd Willkommen!

3. Tagebucheindruck vom derzeitigen Aufenthalt

Was für eine Freude brachte uns der heutige Tag. Wir fahren in den Hof der Gehörlosenschule, steigen aus und schauen in die Runde der Kinder. Plötzlich kommt ein kleines Mädchen auf uns zugerannt und landet in den Armen von Mama Asuna. Es ist Vallery. Sie begrüßt jeden von uns mit einem Lächeln.

Seit einiger Zeit diskutieren wir Mitarbeiter in Malaika wie wir unser gehörloses Kind Vallery am besten fördern können. Können wir sie bei uns in Malaika gut genug unterstützen, oder geht es ihr in einer Spezialbetreuung unter Gehörlosen besser. Seit den achtziger Jahren sammelten wir Erfahrungen. Seit dieser Zeit unterstützten wir Schwester Dennis Nabwala bei der Arbeit in der Gehörlosenschule Mumias. Ebenso wirkten wir bei Neugründungen, z.B. in Webuye und Libolina mit. Es war eine segensreiche Zeit mit wichtigen  Erfahrungen  für uns alle. Leider hat Schwester Dennis so früh an Krebs sterben müssen. Eine Spezialbehandlung in Deutschland, finanziert von Freunden, lehnte ihre Oberin ab. Sie gehorchte, akzeptierte und bezahlte mit dem Tod. Das war für uns alle sehr schmerzlich.
Da Vallery’ s Bruder Vincent bei uns in Malaika wohnt, suchten wir jetzt möglichst in der Naehe einen Platz für Vallery.  Auf dem Weg nach Kakamega, wurde in den letzten Jahren eine Schule für Gehörlose aufgebaut. Wir kennen und schätzen diese Schule mit Internat wegen der guten Führung, der Förderung der Kinder und der wohltuenden Atmosphäre. Dort sind wir heute eingekehrt.
Wir versammeln uns im Zimmer des Schulleiters, Vallery sitzt auf dem Schoss von Asuna und freut sich über die Soda und die Maffins. Wir erfahren einiges über die Schule mit 84 Kindern und ihre Aufgaben in der Förderung der einzelnen Kinder. Dabei geht das meiste über die Zeichensprache. Der stellvertretende Leiter ist selbst Gehörloser und wird mit der Zeichen und Lippensprache von seiner Mitarbeiterin über unsere Fragen informiert. Bei einem Rundgang sehen wir auch den neusten Testapparat, der die jeweilige Fähigkeit des Hörens anzeigt. In kleinen Klassen von 6 – 8 Schülern erfahren sie die große Welt der Sprache. Viele Schaubilder  und eine Leinwand mit Beamer unterstützen das Verstehen lernen. Ein besonderes Fach ist der Sprachunterricht in dem etliche Kinder schon gute, wenn auch kleine Fortschritte gemacht haben. Das erhoffen wir auch für unsere Vallery, die sich offensichtlich wohl fühlt in dieser Gemeinschaft.

Unsere Lehrerinnen und Lehrer testen seit einiger Zeit unsere Vallery, die sich in der Vorschule bereits gut eingelebt hat. Wir begleiten sie auf ihrem Weg in die nächste und weitere Zukunft und wollen ihr jeweils die nötige Hilfe geben, immer wieder besuchen, zusammen mit ihrem Bruder Vincent.

Mit einem breiten Lächeln verabschiedet sich Vallery von uns und hüpfte zu ihren neuen Freunden, die alle in der Mittagspause ihre Freizeit genießen.
What will the future bring, I wonder? Mungu akubariki  -  Gott segne dich, Vallery!